Practice Chanter
Die Übungsspielpfeife für den schottischen Hochlanddudelsack
Wie bei keinem anderen Dudelsack üblich, wird die Fingertechnik der Highland bagpipe zunächst während der ersten zwölf Monate mithilfe einer Übungsspielpfeife, dem "Practice Chanter" (practice-Übung, to chant-singen), erlernt. Wie bei jedem anderen Dudelsacktyp geht es auch hier in erster Linie darum, die Verzierungstechnik ("grace notes") zu beherrschen. Erst nachdem der Anfänger ca. zehn Stücke mit den dazugehörigen, genau vorgeschriebenen "grace notes" (Verzierungsnoten) gelernt hat, ist es an der Zeit, diese Schritt für Schritt auf das eigentliche Instrument, den schottischen Hochlanddudelsack, zu übertragen. Auch danach verbringt der Piper viel Zeit mit seinem Practice Chanter, sei es, um neue Stücke zu erlernen oder um seine Fingertechnik zu erhalten und zu verbessern.
Foto: Standard size Practice Chanter von Lawrie, African Blackwood, Imitation Ivory Sole

Vom Klang her erinnert der Practice Chanter eher an eine Cornamuse oder Krummhorn, beides Blasinstrumente aus der Renaissance. Der Practice Chanter hat eine zylindrische Bohrung und wie der Pipe Chanter neun Töne. Der Ton wird auch hier mit einem Doppelrohrblatt erzeugt, ist aber viel leiser und hat mit dem Klang der Highland bagpipe nicht viel gemein.
Video: der Ground (Thema) des Piobaireachd "Lament for the Old Sword", gespielt auf einem "Practice Chanter". Unter "Piobaireachd" versteht man heute die Kunstmusik für den schottischen Hochlanddudelsack. Sie wird auch "Ceol Mor" (Big Music) genannt.