Hümmelchen bzw. Dudey
Leise historische Sackpfeife mit Blockflötengriffweise
Instrumente mit bis zu zwei Bordunen nennt man Hümmelchen, mit drei oder vier Bordunen Dudey. Das Hümmelchen ist ebenfalls in Michael Prätorius' Syntagma Musicum zu finden, aber außer dieser Beschreibung und einigen Abbildungen ist sonst nichts über das Instrument bekannt. Eine Dudelsack-Spielpfeife wurde aus dem Wrack eines Schiffes geborgen, welches im 17. Jh. bei Husum (Schleswig-Holstein) in Nordfriesland gestrandet war. Sie ist zylindrisch gebohrt und gehörte zu einem kleinen Sackpfeifen-Typ, der dem Hümmelchen ähnelt. Vermutlich war das Hümmelchen mit Einfachrohrblättern ausgestattet, heute nimmt man Doppelrohrblätter.
Foto: einborduniges Schulhümmelchen in C von Jürgen Ross mit annähernd barocker Blockflötengriffweise

Nach Prätorius hatte das Instrument zwei Bordune. Der Tonumfang der heutigen Spielpfeife und die Griffweise ist weitestgehend der Sopranblockflöte (deutsche oder barocke Griffweise) angeglichen. Allerdings läßt sich das Hümmelchen nicht überblasen, der höchste Ton ist d1. Halbtöne laßen sich je nach Spielpfeife und verwendetem Rohrblatt mehr oder weniger gut erzeugen. Einige Hersteller bieten Spielpfeifen mit verschiedenen Tonarten an, die-zusammen mit einem Umschaltmechanismus an den Bordunpfeifen-für größtmögliche Flexibilität sorgen.
Video: zweiborduniges Schulhümmelchen in C von Jürgen Ross mit annähernd barocker Blockflötengriffweise
Das Hümmelchen eignet sich gut für das Zusammenspiel mit Blockflöten und historischen Saiteninstrumenten. Das Repertoire besteht vorwiegend aus alter Musik von Mittelalter bis Frühbarock. Für Dudelsackeinsteiger ist das Hümmelchen wegen seines relativ geringen Spieldrucks und seiner grifftechnischen Verwandtheit zur Blockflöte ein ideales Instrument, um die Grundprinzipien des Dudelsackspiels kennenzulernen.