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Schottischer Hochlanddudelsack

Geschichte, Klang und Repertoire des Schottischen Hochlanddudelsacks (Highland bagpipe bzw. Biniou Brazh)

Der vielleicht am häufigsten gespielte Dudelsack weltweit ist der schottische Hochlanddudelsack, auf Englisch "Great Highland bagpipe", auf Bretonisch "Biniou Brazh" ("Großer Dudelsack"). Die britische Kolonialzeit trug dazu bei, daß dieser Dudelsack mit den schottischen Regimentern weltweit verbreitet wurde. In einigen Regionen verdrängte er sogar den bisher dort gespielten nativen Dudelsacktyp (Südindien) oder wurde vollständig in die regionaltypische Volksmusiktraditionen integriert und in der Spielweise so angepaßt, daß sich diese "nicht schottische" Musik auf ihm spielen läßt (Bretagne, arabische Länder).

Gelehrt und gelernt wird die Fingertechnik nach der schottischen Schule, die sich in einer fast ungebrochenen Tradition über die Jahrhunderte hinweg entwickelt hat und bis heute als Grundlage zur Beherrschung des Instruments dient. Die älteste Musik der Highland bagpipe ist "Piobaireachd" (der gälische Ausdruck für "pipe" und "piping"), eine Art höfische Kunstmusik des Clansystems, die bis heute gepflegt wird und in der sich der wahre Charakter des Instruments am ehesten offenbart.

Foto: Highland bagpipe von Hardie

Wie bei keinem anderen Dudelsack üblich, wird die Fingertechnik mithilfe einer Übungsspielpfeife, dem "Practice Chanter", erlernt. Wie bei jedem anderen Dudelsacktyp geht es beim Erlernen dieser Fingertechnik in erster Linie darum, die Verzierungstechnik ("grace notes") zu beherrschen. Die traditionelle schottische Spielweise ist dabei sehr der Tradition verhaftet und lässt in der Praxis (besonders auf den traditionellen Solo- und Bandwettbewerben) kaum Weiterentwicklungen zu.

Video: Highland bagpipe von Hardie

Neue Strömungen in der Musik für den schottischen Hochlanddudelsack finden sich darum meist außerhalb Schottlands, seit dem zweiten Weltkrieg besonders in der Bretagne. In den USA setzte der Saxophonist Rufus Harley die Highland bagpipe im Jazz ein, indem er auf dem Instrument zu improvisieren begann. In arabischen Ländern (Jordanien, Oman etc.) gibt es Pipebands, die zu repräsentativen Zwecken auftreten und arabische Musik spielen.

Für den typischen Klang sorgt ein Doppelrohrblatt in einer konischen Spielpfeife mit neun Grifflöchern. In den zylindrisch gebohrten Bordunpfeifen (eine Bassbordunpfeife und zwei eine Oktave höher gestimmte Tenorbordunpfeifen) werden Einfachrohrblätter verwendet. Die Highland bagpipe ist mundgeblasen (im Gegensatz zu blasebalggeblasenen Dudelsäcken wie die irische Uillean pipe u.a.).

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